Woanders is‘ auch scheiße!

Ich laufe los. All die Gedanken, alle Ängste, alles Leidenwerden, Sichfragen nach dem Punkt des Leidens, nach dem Ausmaß und dem, was man ihm entgegenzusetzen hat, kulminiert in diesem Moment erster Schritte, die zunächst alleine, gewissermaßen in der Minderzahl, im Raum stehen und bald mehr und mehr Verstärkung bekommen, sich türmen zu einer immer weiteren Distanz. Es ist ein Anfang in die Richtung des Leidens, er bringt die Ängste in Bewegung, doch zugleich ist es auch eine Befreiung, als würde ich den Kampf gegen die Angst jetzt, nach langer Lähmung, endlich aufnehmen. Ich lasse den Unwillen, den Unmut über die Mühe hinter mir, die mich diese Anstrengung kosten wird. Denn die Hürde zum Laufen, zum Anfangen, ist die höchste, höher als die des Weitermachens, wenn in einem längst alles nach einem Ende schreit.

Unmittelbar mit dem ersten Schritt weichen die Schmerzen in meiner Ferse, die ich mir durch ein ungeschicktes Manöver mit einem Transportwagen selbst zugefügt habe – die Prellung am Knochen hatte mir noch 24 Stunden zuvor das Gehen sehr schmerzhaft gemacht und war auch bei den letzten Gehschritten vor dem Lauf noch leicht zu spüren gewesen. Doch jetzt ist der Schmerz wie weggeblasen.

Ich laufe durch den Tunnel zum See wie ins Ungewisse und versuche, meine Schritte zu mäßigen. Die Sorge, die Angst vor dem Leiden war bei meinen letzten beiden 50-km-Versuchen bestätigt worden, denn ich war sie zu schnell angegangen und hatte sie 14 km vor dem Ziel abbrechen müssen, was wie ein Stachel in meinem läuferischen Selbstbewusstsein stak. Dagegen hilft nur Anrennen, und nach meiner Verletzung zwei Tage zuvor hatte ich trotzig eine noch längere Strecke angesetzt, um den Ausfall zu kompensieren.

Wolken und Sonne beherrschen an diesem Tag abwechselnd den Himmel und so schwanke ich auf den ersten dreißig Kilometern ständig zwischen der Sorge vor allzu viel Sonnenschein und dem, was vereinzelte dunkle Wolken wohl bringen werden. In der Sonne laufend, biege ich ins Lottental ab und laufe die teilweise gewundene Straße entlang, die eine leichte, aber stetige Steigung hat. Ich überquere die Stiepeler Straße und trete in den Wald ein. Die Steigung zieht etwas an; ich achte darauf, nicht zu schnell zu laufen und lasse das Tempo so weit fallen, dass es weiter einigermaßen entspannt für mich bleibt. Mitten auf dem Weg taucht ein Mann im Trainingsanzug auf, der, schattenboxend, völlig in sich selbst vertieft ist. Als ich mich ihm nähere, weicht er an den Wegesrand aus, ohne von seinem Tun abzulassen und dreht sich von mir weg, während ich passiere. Dieses Wegdrehen wirkt ganz natürlich, als habe er nicht den Blickkontakt vermeiden wollen, um nicht aus dem Fokus zu fallen, sondern als sei diese Wendung schlicht der nächste Schritt in seinem Bewegungsablauf. Während dieser Moment noch eine Weile in meinem Kopf verweilt, erreiche ich den Waldrand und laufe den Hügel hinauf ins Wohngebiet; die Schilder rufen „Eichenweg“, „Akazienweg“ und „Zedernweg“. So richtig verlassen habe ich den Wald also noch nicht. Ich überquere die nächste Querstraße, laufe über einen Garagenhof und erreiche die Markstraße, der ich in Richtung Königsallee folge. Ich habe im Aufstieg hierher mehrere Sekunden Durchschnittspace verloren; kein Druck, bremse Dich, es liegt noch ein weiter Weg vor Dir.

Ich überquere die Allee und folge ihr stadteinwärts, immer unter dem Blätterdach der großen Bäume, den wenigen Radfahrern ausweichend, die mir entgegenkommen. Ich erhole mich sehr gut, während ich die stetig abfallende Straße hinablaufe und wieder Zeit gutmache. Am Ring grüßt hochaufragend das Bominhaus, bevor ich am Rande des Rechener Parks vorbeilaufe. Ich biege dieses Mal nicht in Richtung Romanusplatz und Bergmannsheil ab, sondern laufe weiter und folge der Allee. Die ersten typischen Ehrenfelder schieben ihre Fahrräder an mir vorbei. Auf der anderen Straßenseite erhebt sich das Schauspielhaus, während ich den Shakespeare-Platz erreiche. Das Biercafe scheint geschlossen und doch kriecht der anregende Geruch von Pommes in meine Nase. Ich überquere die Hattinger Straße, werfe einen letzten Blick auf den Platz vorm Schauspielhaus und durchquere die engen Straßen auf direktem Weg zur Bessemerstraße. Die Tische des I Am Love und der Butterbrotbar auf dem Ehrenberg-Platz stehen einladend da, doch ich habe gerade mal zehn Kilometer hinter mich gebracht. Keine Chance. Stattdessen biege ich bald auf die Bessemerstraße ein; hier säumt die Straße, was an die Industriegeschichte der Stadt und der Region erinnert.

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Wie ein Vorspann fliegt die Stahlverarbeitung und Schwerindustrie an mir vorbei, während ich laufe, bis mit dem Jahrhunderthaus zunächst der Vorbote und schließlich auch der Bochumer Hauptdarsteller selbst in Sicht kommt: der Westpark, heute Freizeitgelände und einst ein gewaltiges Stahlwerk inmitten der Stadt. Während ich über das Gelände laufe, kommen mir die Bilder aus den frühen Nachkriegsjahrzehnten in den Sinn, die erahnen lassen, dass es viel besser ist, zur heutigen Zeit im Ruhrgebiet zu leben; denn viele Parks, Seen und Halden mit bester Luft- und Lebensqualität, die uns heute in Erinnerungen an die Zeit von Kohle und Stahl schwelgen lassen, waren einst gigantische Industrieanlagen, die die ganze Region mit Staub und Ruß bedeckten.

Ich lasse das Jahrhunderthaus hinter mir, biege am nordöstlichen Ende des Parks links ab und laufe entlang des alten Schienenstrangs Richtung Westen. Links von mir erhebt sich die Böschung der großen, nördlichen Wiese. Auf diesem Areal standen einst die fünf gewaltigen Hochofenanlagen, in denen mit Erz und Kohle Roheisen hergestellt wurde. Vor mir öffnet sich der Weg zu einem kleinen Platz, an dessen linker Seite eine Treppe auf das ehemalige Hochofenareal führt. Ich laufe weiter geradeaus auf die Kante des ehemaligen Stahlwerksgeländes zu und erreiche die Rampe der Erzbahnschwinge. Während ich über diese elegante, S-förmige Brücke laufe, erfüllt mich angesichts der 15 bis 20 Meter leeren Raums unter mir eine Mischung aus Höhenangst und der Faszination des mehretagigen Durcheinanders aus Gahlenscher Straße und sämtliche Straßen- und Gleißanlagen, die sich an diesem Punkt kreuzen. Ein Radfahrer kommt mir entgegen, und ich weiche nur so weit wie nötig in Richtung des durch ein transparentes Geländernetz geschützten Randes der Fahrbahn aus. Am Ende der Schwinge atme ich erleichtert auf. Wieder habe ich eine Überquerung überlebt. Der Damm der Erzbahntrasse führt weiter an dem Straßen- und Schienengewirr entlang. Bis der erste Kilometer seit dem Verlassen des Westparks hinter mir liegt, habe ich hier, 15 Meter über dem Straßenniveau, insgesamt vier Brücken überquert. Auf der vierten Blicke ich über die A40 auf das Stahlwerk Höntrop, das bis heute aktiv ist und eine beeindruckende Silhouette bietet.

Der Weg verengt sich wieder und durchquert das Gelände der Zeche Carolinenglück. An vertrauter Stelle steigt mir der Geruch von Farbe in die Nase. Zu meiner Rechten befindet sich ein großer Schrottplatz und über den Zaun sehe ich die gestapelten Autowracks. Am Ende des weiten Bogens, den der Weg über das Gelände beschreibt, laufe ich am Waldrand entlang. Eine weitere Kurve führt in einen fast drei Kilometer langen und völlig gerade Abschnitt. Hier sind viele Läufer in beide Richtungen unterwegs. Ich überhole einige, obwohl ich wohl mit Abstand am weitesten laufe und grüße jeden, der mir entgegenkommt. Nachdem ich die namenlose Halde passiert habe, die sich links des Weges erhebt, erreiche ich die berühmte „Erzbahnbude“, an dem auch jetzt zahlreiche Spaziergänger und Radfahrer Pause machen. Hier, nunmehr auf Gelsenkirchener Stadtgebiet, biege ich links auf den Radweg „Kray-Wanner Bahn“ ab. Die folgenden fünf Kilometer sind schnurgerade – ich bin froh über jede Straßenkreuzung und die Aussicht auf die Halde Rheinelbe, die sich etwa auf der Hälfte des Abschnitts 110 Meter über den Weg erhebt. Nach der Überquerung der Hattinger Straße habe ich Gelsenkirchen verlassen und laufe auf Essener Stadtgebiet weiter. In einem langen Bogen umgeht die Trasse das Naturschutzgebiet Mechtenberg – ich laufe die Strecke ohne Navigation auf der Uhr aus dem Kopf und so merke ich erst nach einigen hundert Metern, dass ich am Ende des Bogens hätte abbiegen müssen. Ich korrigiere meinen Fehler und folge der nächsten weitausholenden Rechtskurve, die in eine weitausholende Linkskurve mündet. Mehr als das hat eine Trasse eben nicht zu bieten: links, rechts, schnurgeradeaus. Von der Brücke über die Kraspothstraße kann ich aber bereits den Förderturm von „Zollverein Schacht 10“ sehen, das motiviert.

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Ich laufe die Steigung hinauf und passiere das kleine Zechengelände. Einen halben Kilometer später biege ich in nördliche Richtung auf den Nordsternweg ein. Endlich mal wieder eine Trasse! Vor mir liegen weitere Kilometer ‚geradeaus, Kurve, geradeaus‘. Wie erschöpft bin ich eigentlich schon? Sehr! Ob ich das so werde durchhalten können? Ist nicht auch meine Pace wesentlich schlechter geworden? Ich schaue auf meine Uhr; mein Puls ist ein wenig erhöht, die Pace aber gleichbleibend. Die Trasse muss hier leicht ansteigen, bemühe ich mich selbst zu beruhigen. Ich begreife, das die nun fast 20 Trassenkilometer hinter mir und die Aussicht auf fünf weitere mich mental weichgekocht haben. Ich tröste mich mit der Aussicht auf Gesellschaft ab Essen-Rüttenscheidt, wo Mee für eine Weile zu mir stoßen wird. Sie hat schon per Whatsapp gefragt, wie lange ich noch brauche und ich muss zugeben, dass ich meine Prognose weit verfehlen werde, weil ich u.a. eine halbe Stunde später gestartet bin, als geplant. Ich überquere das nächste Zollverein-Gelände, an dessen Ende der Taubenzüchterverein inklusive Klinik liegt – wie jedes Mal, wenn ich hier vorbeikomme, geht mir der alte Kalauer durch den Kopf, man könne hier schreien, wie man wolle, es sei schließlich eine Taubenklinik. Heute ist hier anscheinend die jährliche Geflügelschau, denn der Platz ist voller alter Männer – insgeheim bin ich überzeugt, dass ich durch mein kurzes Vorbeilaufen den Altersdurchschnitt an diesem Ort bereits signifikant verringert habe.

Wenig später verlasse ich die Trasse, durchquere das Gelände des KGV Barkhoffer Heide, überquere die Emscherstraße und folge dem Weg entlang der Bahnlinie in Richtung Südwesten. Der Untergrund ist jetzt oft gekiest und die Umgebung parkartig, eine Wohltat nach all der Trasstesse der letzten 25 Kilometer. Der Weg mündet schließlich auf einem Damm einige Meter oberhalb des Kaiser-Wilhelm-Parks mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Kaiser-Wilhelm-Park-Teich und einer Reihe von Kaiser-Wilhelm-Parkbesuchern. Ich als Kaiser-Wilhelm-Park-Passierer und Kaiser-Wilhelm-Parkbesucher-Beobachter halte mich hier nicht lange auf und verlasse dieses Konglomerat an Bindestrichen. Ich freue mich auf die folgende Brücke über die Bahnlinie, der ich gerade noch gefolgt war, nicht zuletzt aufgrund der wohlklingenden Schlichtheit ihres Namens: Helenendamm. Irgendwie beruhigt mich dieser Name stets auf dieser Strecke. „Tiger ist hier: Helenendamm“ – herrlich!

Auf der Soll-Seite steht allerdings, dass hier der Ampelmarathon durch Essen beginnt: von hier bis zur Grugatrasse gilt es, insgesamt 14 Ampeln zu überqueren. Ein Flow-Erlebnis sieht anders aus.

Ich folge eine Weile auf einem Kiesweg diesem bedauernswert einbetonierten Gewässer, das Berne heißt, aber in dieser Ausbauform eher an eine Pissrinne erinnert und oft auch genauso riecht, bis ich an der Gladbecker Straße nicht mehr weiter darf, wie eine Absperrung raumgreifend deutlich macht. So passiere ich den Universitäts-Sportplatz auf der anderen Seite entlang der Hauptstraße, quäle mich an der nächsten großen Kreuzung durch die komplizierte Ampelschaltung und übe hier schon mal für die doofen Blicke, die mich in der Essener Fußgängerzone erwarten werden. Diese betrete ich über den Rheinischen Platz. Überhaupt: welcher Depp hatte die Idee, an einem Samstagmittag durch die Essener Fußgängerzone zu laufen, denke ich mir, während ich mir einen Weg durch die Menge bahne. Erleichtert, dass ich niemanden umgerannt habe, passiere ich auch den Hauptbahnhof, überquere mehrere Ampeln und laufe entlang der Huyssenallee. Ich passiere das Kulturzentrum Essens mit Aalto-Theater, dem Saalbau und Heim der, wie Herbert Knebel wohl sagen würde „Phillemonnie“. Sie beheimatet nicht nur eines, sondern ist auch Teil eines Ensembles, das durch das Sheraton-Hotel komplettiert wird. Dann bin ich in Rüttenscheid angekommen, jenem Kreuzberg von Essen, wo es kein Erdgeschoss gäbe, wenn sämtliche Gastronomie-Betriebe entfernen würde und wir Läufer schief angeschaut werden, weil unser Rucksack nicht von Fjällräven ist. Umso einfacher ist es aber für mich, Mee bereits aus der Ferne zu entdecken, denn so viele Frauen mit nach hinten gedrehtem Trucker-Hat, kurzen Laufsachen und Laufrucksack gibt es hier ganz bestimmt nicht. Der Anblick ist auf mannigfaltige Weise wohltuend und die Freude über ihre Gesellschaft dementsprechend groß.

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Die Tankstelle an der Alfredstraße ist mein VP. Ich kaufe eine Cola und ein Eis und fülle im Sanitärbereich meine Flaschen auf. Eisessend verlassen wir, nachdem Andi zu uns gestoßen ist, zu dritt den VP in Richtung Grugatrasse und schlagen den Weg nach Steele ein. Ich habe nun 41 Kilometer auf der Uhr und bin froh über die Ablenkung. Locker quatschend gelangen wir nach Steele, wo wir die Ruhrseite wechseln. Andi ist hier anscheinend der Ansicht ist, dass er alles relevante zum Gespräch beigetragen hat, denn fortan läuft er fünf bis zehn Meter vor Mee und mir, während wir uns unterhalten. Wir folgen ganz im Sinne von Mees Motto #immermitderRuhr dem besten Fluss bis nach Dahlhausen. An der Schwimmbrücke erkläre ich, ich sei enttäuscht von ihr gewesen, als ich sie zum ersten Mal gesehen und festgestellt hätte, dass man doch darüber laufen muss. Mee pariert diesen Kalauer gekonnt mit einem lockeren Spruch und wir setzen unseren Weg fort. Auf dem engen Weg fliegen uns die Radfahrer wie Querschläger um die Ohren. An der Weggabelung bestehe ich auf dem alten Leinpfad und wir eiern mit schmerzerfüllten Gesichtern über das Kopfsteinpflaster. Über die lange Ruhrschleife laufen wir nach Hattingen ein, wo Mee und Andi sich aufsammeln lassen wollen. Auf der Brücke in Hattingen lässt Mee sich zu einem Endspurt hinreißen, bei dem ich nicht mehr mithalten kann. Am Campingplatz trennen sich dann unsere Wege. Die Uhr zählte mittlerweile 61 Kilometer.

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Nach einem letzten Selfie wende ich mich um und laufe, jetzt wieder nur von Musik begleitet, den langen Weg aus Betonplatten entlang in Richtung Kemnader See. Auf diesem Abschnitt habe ich bereits so viele Kilometer hinter mich gebracht, dass es schon fast wehtut, doch ich habe die richtige Musik gewählt und nehme wieder Tempo auf – die Pace bewegt sich im Bereich zwischen 5:30 und 5:45 und ich versuche, das herrschende Hochgefühl durch geschickte Musikwahl so lange wie möglich zu halten. Durch die Felder hinter der Brockhauser Straße will mir dies noch leidlich gelingen, doch spätestens an der Alten Fähre beginnt es, deutlich zäher zu werden. Ich laufe jetzt den Leinpfad entlang der Ruhauen weiter und quäle mich die leichte Steigung hinauf zum Weg um den See. Hatten die Oberschenkel zuvor freundlich nachgefragt, ob diese Anstrengung denn nun noch lange dauern würde, beginnen sie nun schon sehr unfreundlich zu werden. Schnaufend lasse ich die Surfschule hinter mir und begebe mich auf die lange, leicht geschlängelte „Gerade“ bis zum Leuchtturm. Kilometer 71 zieht vorbei. Meine Beine tun wieder ein bisschen weniger weh und obwohl ich dieses Phänomen kenne, bin ich für eine Weile verblüfft, wie viel der Körper aushalten kann, wenn der Kopf es nur genug will. Allzu lang brauche ich mich an diese Linderung allerdings eh nicht zu gewöhnen, denn spätestens am Freizeitbad geht es wieder rapide bergab. Ich wähle den Fahrrad- und damit den kürzesten Weg entlang der Ruhrhalbinsel und quäle mich stöhnend von Schritt zu Schritt. Die Strecke scheint sich zu dehnen, obwohl ich nach wie vor ziemlich gut vorankomme. So kurz vor dem Ziel kann man sich in der Pain-Cave einfach nicht mehr häuslich einrichten, die Wände fröhlich anmalen und ein gemütliches Feuer entzünden, jetzt ist alles einfach nur in die Schwärze heftigster Muskelschmerzen gehüllt, die für wenige Minuten schlicht auszuhalten ist. Wie der Amerikaner sagen würde: „It was pretty intense!“

Wie um dieses Bild zu bestätigen, laufe ich durch den Tunnel, der die Seestraße unterquert; mein Auto kommt in Sicht – ich laufe nach dem „Beep“ meiner Uhr, der Kilometer 74 für abgeschlossen verkündet, noch einige Meter weiter. Dann bleibe ich stehen.

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