Verschlimmbessert? Salomon S-Lab Adv Skin 12 (2017)

Was Laufwesten angeht, ist Salomon definitiv ganz vorn im Markt unterwegs. Schaut man sich Bildmaterial von Trail- und Ultraläufen an, sind die charakteristischen Sets der französischen Firma gefühlt an jedem zweiten Läufer zu sehen. Das liegt vor allem an der Qualität des gebotenen Produkts, das mit einem extrem guten Tragekomfort und einer guten Anordnung des gebotenen Stauraums aufwartet. Zwei Jahre nach der letzten Überarbeitung des Designs hat sind nun erneut aktualisierte Versionen des Adv Skin 5 und 12 Sets erschienen: im Wesentlichen ist dabei das Verschluss-System und die Taschenanordnung an der Front angepasst worden. Grund genug für mich, mir mal die neue Version des 12 sets kommen zu lassen und anzusehen.

Bei der 2015er-Version (mein Erfahrungsbericht dazu findet sich hier) finden sich an der Front zwei große Flaschenhalter, die ich immer zusammen mit den großartigen UD-Kicker-Valve-Flaschen genutzt habe, darunter jeweils einer kleine Tasche für Müll oder kleinere Ausrüstungsgegenstände und unmittelbar vor den seitlichen Reißverschlusstaschen je eine weitere Meshtasche, in die nur sehr schmale Gegenstände wie Riegel o.ä. passen. Diesen mehr oder minder toten Raum hat man für die neue Version mit einer alles überspannenden, großen Meshtasche nutzbar gemacht. Erfreulich, denn nun ´sind die beiden großen Taschen wesentlich vielseitiger nutzbar. Die darunterliegenden Flaschenhalter sind nun deutlich schmaler geworden und verfügen an der Öffnung über ein Haltegummi welches über die Kappe der Softflask gespannt werden kann. In Kombination soll vermutlich das nervige Hüpfen der sich allmählich leerenden Flaschen unterbunden werden. Der Nachteil: selbst die recht schmalen Salomon-Flasks sind nach einer Entnahme (z.B. beim Nachfüllen an einem VP) nur mit Mühe wieder an ihren Platz zu bekommen, andere Flaschen passen erst gar nicht hinein. Ein enttäuschender Umstand, denn dadurch wird eine weitere Nutzung dieser Produktreihe über die Lebenszeit meines jetzigen Packs hinaus für mich keine Option mehr sein. Ich sehe einfach nicht ein, mein bewährtes System mit den UD-Flaschen aufzugeben: ich würde durch den Unterschied in der Kapazität nicht nur ganze 200ml Kapazität verlieren, sondern wäre überdies durch die wesentlich kleinere Einfüllöffnung der Softflasks beim Nachfüllen von Isopulver und Wasser auf einen Trichter oder eine ähnliche Einfüllhilfe angewiesen.

Die zweite Änderung, die das 2017er Modell offenbart, ist das Verschluss-System: beim Vorgängermodell wird jeder der beiden Zickzack-Gurte an der Vorderseite rechtsseitig an zwei Punkten befestigt (einer davon fest, der andere mittels eines Hakens) und der Verschluss erfolgt mit einem einzelnen Haken. Als Fixierungspunkte stehen dabei auf beiden Seiten je drei Ösen zur Verfügung. Die Längenverstellung erfolgt dabei vom Fixpunkt weg, wodurch der überstehende Teil nervig herunterlappt. Die neue Version bietet nun vier Haltepunkte für die gleichen Zickzack-Gurte, welche deutlich kleiner ausfallen; wenigstens bei der fabrikneuen Weste wird es dadurch extrem fummelig, die Ösen mit den Haken zu treffen. Wie das nach vier, acht oder gar zwölf Stunden Laufen aussieht, möchte ich mir nicht vorstellen. Der Verstellmechanismus ist ebenfalls verändert worden: die Gurte werden jetzt von der Körpermitte weggezogen und mittels eines Ratschenverschlusses fixiert – ich könnte mir vorstellen, dass diese Variante etwas komfortabler ist.

Obwohl also Salomon mit der neuen Fronttasche eine entscheidende Verbesserung an den 5 und 12 Sets vorgenommen hat, ist das Produkt durch die wesentlich geschrumpften Flaschenhalter für mich dennoch nicht mehr kaufbar. Selbst die wenigstens Softflasks dürften hier noch einsetzbar sein. Aber selbst für Nutzer der Salomon-Softflasks dürfte dieses neue Design ein wenig umständlich sein, sobald die Flaschen entnommen werden müssen. Sehr schade, denn ich trage mein 12 Set wegen seines überragenden Komforts nach wie vor gern und werde es auch weiterhin für kürzere lange Läufe und Ultras mit Versorgungspunkten einsetzen. Für die ganz langen Trainingsläufe und bei Läufen mit erhöhtem Ausrüstungsbedarf (z.B. Kleidung etc.) werde ich mir in Kürze mal die „Peter Bakwin Adventure Vest 3.0“ von Ultimate Direction ansehen…

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